
(K)ein Date mit dir
Janne hat einen großen Traum: ein Job beim YouTube-Channel NordStyle. Als sie eine Dating-Show vorschlägt und plötzlich selbst zur Kandidatin wird, scheint der Durchbruch nah – bis ein Kandidat absagt.
In der Not erfindet Janne einen neuen: Jeremy, der leider zu erkältet ist, um gefilmt zu werden … und der ihrem arroganten Nachbarn Ben sehr ähnelt. Denn der sollte ja, unsympathisch wie er ist, eh sofort rausgevotet werden … oder?
Doch die Fans lieben »Jeremy« – und falls er weiterkommt, muss Janne ausgerechnet Ben überzeugen, mit ihr ein Romantik-Wochenende an der Ostsee zu verbringen …
Eine turbulente Geschichte über kleine Lügen, große Gefühle – und den Mut, zu sich selbst zu stehen.


Ich reiße die Wohnungstür auf und stürme hinaus. Und knalle gegen etwas Hartes.
Mit weichem T-Shirt-Stoff darüber. Das leicht nach Aftershave duftet …
Hastig trete ich einen Schritt zurück. Der Mann, mit dem ich kollidiert bin, sieht gut aus, auf leicht nerdige Art: verwuschelte Haare, grüne Augen hinter einer Brille … und eine kleine, blasse Linie auf der Wange, vermutlich eine alte Narbe.
»Alles okay?« Seine Stimme klingt überraschend tief.
Ich nicke, und sein Mund verzieht sich zu einem leicht schiefen Lächeln, was ihn noch attraktiver macht.
Plötzlich merke ich, dass ich ihn schon viel zu lange anstarre. Und ich habe mich nicht mal entschuldigt!



Der Mann, der vor dem Holstentor steht und uns erwartungsvoll entgegensieht, passt perfekt in die erste Folge von »LüLove«. Wenn man sich das ältere Paar in den identischen T-Shirts, das schräg hinter ihm steht, wegdenkt, könnte das hier eine Szene aus einem ZDF-Romantikfilm sein: blauer Himmel mit einzelnen, dekorativ drapierten Wölkchen, das mittelalterliche Holstentor mit der golden leuchtenden Inschrift »Concordia domi foris pax« (was so viel bedeutet wie: Eintracht innen, Friede außen) und darunter ein breitschultriger Mann mit hochgegelten Haaren und weißem Hemd mit drei offenen Knöpfen.
Das Problem ist bloß: Ich stehe nicht auf ZDF-Romantikfilme. Und auch nicht auf männliche Models mit Lack-Haaren.
Die sind sowas von gar nicht mein Typ!
Nele stößt mich in die Seite und zischt: »Guck bitte etwas begeisterter!«
Hat man mir so genau angesehen, was ich gedacht habe?
»Du gehst jetzt zu ihm, okay?« Nele richtet die Kamera auf mich. »Und los!«

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